Der Übergangsmanager oder der Tod

Der folgenden Text kommt von jemanden, dessen Gedanken ich seit neuestem sehr gerne lese und in da er diesen Text zur freien Verwendung freigegeben hat, möchte ich ihn auch gerne mit euch teilen.

Aber vor dem Text muss ich noch kurz eine Buch Empfehlung geben, der Übergangsmanager beziehungsweise die Übergangsmanager Buchreihe Ist sehr sehr genial und kann ich nur jedem ans Herz legen und nun die Worte des Blogger Kollegen

Sterben ist das einzige Event, bei dem die Gästeliste immer vollständig ist. Keiner entkommt, keiner kommt zu spät, keiner kann sich rausreden mit: „Sorry, ich hab den Termin vergessen.“ Der Tod ist zuverlässig, immer pünktlich, immer vorbereitet. Er ist der deutsche Bahn-Mitarbeiter unter den metaphysischen Konzepten – nur ohne Verspätungen.

Wir reden nicht gern darüber, das Sterben. Es ist ungemütlich, macht die Stimmung kaputt. Niemand sagt beim Kaffeekränzchen: „Wisst ihr, ich hab neulich darüber nachgedacht, wie ich am liebsten abtreten würde.“ Aber warum nicht? Schließlich ist Sterben doch das letzte große Abenteuer. Der Moment, in dem wir endlich rausfinden, ob da noch was kommt – oder ob es einfach nur ein ewiges, leises „Puff und weg“ ist.

Jeder hat da so seine Vorstellung. Die einen wollen im Schlaf sterben, friedlich, ohne Drama. Andere sagen: „Ich will im Alter von 120 auf einem Vulkan tanzen.“ Und dann gibt es die Pragmatiker: „Hauptsache nicht auf dem Klo.“

Das Problem ist: Sterben ist selten so, wie wir es planen. Der Tod hat keinen Sinn für Timing. Er kommt, wann er will. Du kannst einen perfekten Tag haben, alles läuft, und dann zack – Game Over. Ein bisschen wie ein nerviger Pop-Up auf deinem Bildschirm, das du nicht schließen kannst.

Die Angst vor dem Sterben ist dabei eigentlich die Angst vor dem Unbekannten. Wir Menschen hassen Ungewissheit. Stell dir vor, du bestellst in einem Restaurant und der Kellner sagt: „Kommt gleich, aber ich verrate nicht, was.“ Das wäre der Tod in kulinarischer Form.

Vielleicht kommt nach dem Tod das große Nichts. Vielleicht ein Himmel, wo wir alle in weißen Gewändern auf Wolken sitzen und Harfe spielen – was mich persönlich ziemlich langweilen würde. Vielleicht auch eine Wiedergeburt. Wer weiß? Du könntest als Schmetterling zurückkommen oder, wenn du richtig Pech hast, als Kundenberater bei der Telekom.

Das Sterben gehört zum Leben wie das Kaffeekochen am Morgen. Man macht es nicht gern, aber es muss halt sein. Ohne den Tod wäre das Leben doch nichts Besonderes. Stell dir vor, wir wären unsterblich. Du könntest alles verschieben: „Ach, ich lern morgen Klavierspielen. Oder in 300 Jahren.“ Und dann machst du’s nie.

Er macht uns wachsam. Er zwingt uns, das Leben zu genießen, bevor das letzte Kapitel geschrieben ist. Ohne ihn wären wir alle faul, gelangweilt und vermutlich viel zu spät dran.

Wir behandeln den Tod, als wäre er ein unangenehmer Onkel, der zu Familienfeiern kommt und immer zu viel trinkt. Wir ignorieren ihn, tun so, als wäre er nicht da. Aber er ist immer da. In den Nachrichten, in der Literatur, sogar in unseren Filmen – meistens in Zeitlupe, mit dramatischer Musik und mindestens einer Explosion.

Aber der Tod selbst? Der ist wahrscheinlich ganz ruhig. Kein Drama, kein roter Teppich. Einfach nur: „So, das war’s. Danke fürs Mitmachen.“ Die Welt wird nicht aufhören sich zu drehen und der Takt des lebens geht weiter.

Was bleibt von uns, wenn wir gehen? Ein paar Fotos, Erinnerungen, vielleicht eine Sammlung von peinlichen Videos, die irgendjemand bei deiner Beerdigung zeigt.

Vielleicht geht’s gar nicht darum, was wir hinterlassen, sondern wie wir gelebt haben. Hast du gelacht, geweint, geliebt? Hast du verrückte Dinge getan, die du später bereut hast, aber nicht missen möchtest? Sterben ist das Ende – aber das Leben davor ist die eigentliche Show. Genieße sie, in jedem Atemzug, mit jedem Herzschlag und mit jeder Faser deines Körpers. Irgendwann könnte es dafür zu spät sein.

Liebe Grüße und ein langes Leben in Frieden, Liebe und Gesundheit.

Dein Tim

Achtung: keine Satire, eine Aufforderung zu leben und das Geschenk des Lebens, trotz aller Widrigkeiten, anzunehmen. Wenn auch nur für die, denen es zu früh genommen wurde.

In Erinnerung an viele Menschen, deren Weg ich teilen durfte: Es war mir eine Ehre, neben euch gelebt zu haben, und es schmerzt, von euch Abschied genommen haben zu müssen. Ich werde noch ein wenig auf dieser Welt verweilen und viele Erinnerungen mit mir tragen – bis auch dieser Weg irgendwann enden wird. Vielleicht sehen wir uns wieder, vielleicht besucht ihr mich, vielleicht treffen wir uns im Himmel oder in einer anderen Welt, vielleicht werden wir wieder gemeinsam lachen und Geschichten erzählen. Bis dahin ruht friedlich und unvergessen.

Hier zu Tims Seite

Noch ein paar Worte von mir

Es ist so sterben, ist an sich schon für mich gedanklich kein gutes Thema in jeglicher Hinsicht. Aber ich habe auch gelernt, man muss sein Leben so leben, wie man es möchte. Ansonsten bereut man später irgendetwas also würde ich sagen lebt euer Leben

2 Kommentare

  1. Sehr schöner Post, über manches muss ich erstmal nachdenken

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    1. Unter anderem darum ging es ja, dass es zum nachdenken anregt

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