Ein neuer Auftrag(Sixtus Kapitel eins)

Dargra

Ich stand in der hintersten Ecke einer Halle, als ein Botenjung auf mich zu kam, vor mir blieb er stehen.“ Seid ihr Dargra, der Meister der Äxte?“, sprach er mich an.

Ich konnte mich nicht zurückhalten. Ich musste schnauben. Meister der Äxte hat mich nämlich schon lange niemand mehr genannt. „Ja, der bin ich!“, erwiderte ich schmunzelnd.

Der Junge reichte mir eine Schriftrolle mit dem Siegel vom Rad der Acht. Ich las die Schriftrolle. Wenn ich sagen würde, ich war überrascht über das, was ich las, wäre das noch untertrieben.

„Junge, wer hat dieses Schriftstück noch bekommen?“, schrie ich ihn an. Offen gestanden muss ich dem Jungen Respekt zollen, denn er zuckte noch nicht mal zusammen, als ich Ihn anschrie denn er sagte mit einer Gelassenheit, die ich nicht für möglich gehalten hätte: “Herr, ihr seid der Erste.“

Nachdem ich diese Worte vernommen hatte, war mir klar, was der Rat vorhatte, denn ich sollte die Gruppe, die sie laut des Schriftstückes zusammenstellen wollten, anführen. Und im schlimmsten Fall sollte ich die restliche Gruppe auch zusammenstellen.

Ich fragte mich auch insgeheim, ob der Junge noch mehr solcher Schriftstücke bei sich trug. Aber das fand ich nur heraus, wenn ich ihn fragen würde. Nur wenn ich ihn fragen würde, sind wir ehrlich. Dann wären das alles nicht nur Gedanken, die ich mir machen würde, sondern dann wäre es Gewissheit.

„Oh, Mann, sei kein Feigling und frag ihn schon!“, rühkte ich mich in Gedanken selbst.

Doch bevor ich etwas sagen konnte, schon nahm ich die Stimme des Jungen, wie sie folgende Worte aussprach: „Darf ich mich vorstellen? Ich bin Drul, der Boot und die rechte Hand des Kommandanten von Sixtus oder mit anderen Worten, eurem Boote und eure rechte Hand.“

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich das befürchtet und sofort rasten meine Gedanken und ich wollte mir am liebsten selbst ins Gesicht schlagen, nur damit ich vergesse, was ich gerade gehört hatte.

Es hilft ja nichts. Ich setzte an, meine Gedanken laut auszusprechen, damit der Junge mich korrigieren konnte, falls ich etwas missverstanden hatte. „Also, wenn ich das richtig verstanden habe, muss ich jetzt noch fünf weitere Krieger verpflichten und im besten Fall können Sie nicht nur kämpfen, sondern ich vertraue Ihnen auch?!?“ „Genau dies ist ihre Aufgabe, Herr.“, erwiderte meine rechte Hand auf meine laut geäußerten Gedanken.

Jetzt musste ich nur noch herausfinden, wie der Satz in dem Schriftstück gemeint war. Der Boot junge hat das Auftragsbuch, worin die Aufträge von Sixtus drinstehen.

Doch wenn ich ganz ehrlich sein sollte, ist das gerade das geringste Problem. Wem vertraue ich so sehr, dass ich mit ihm Abenteuer bestreiten würde und wir redeten hier nicht nur von einem, sondern gleich von fünf.

Drul sah mich erwartungsvoll an, da er glaubte, sofort von mir eine Aufgabe zu bekommen.

„Du hast das Auftragsbuch, wo die Aufträge drinstehen, die wir als Gruppe lösen sollen? Falls dem so sein sollte, zeig es mir, damit ich schauen kann, welche Fähigkeiten die restlichen fünf haben sollten.“ Ohne Zeit zu verlieren, und ohne ein Wort reichte er mir ein in ledergebundenes Buch, das zugegebenermaßen, schon bessere Tage gesehen hatte.

Ich schlug das Buch auf, die Schrift war sehr einfach gehalten, doch ich muss sagen, die Aufträge dort waren perfekt aufgelistet. Vorn gab es sogar ein Inhaltsverzeichnis, wo man mir mitteilte, wie dringend die einzelnen Aufträge waren, die unter den jeweiligen Kapital stehen. Die Aufteilung war wie folgt:

Dringend (sollte so schnell wie möglich erledigt werden}

Zeiten gebunden (wenn der Zeitpunkt gekommen ist, müssen Sie gelöst werden)

Nebentätigkeiten (wenn sie die Zeit dazu finden sollten).

Nachdem ich das Buch durch geblättert hatte, schlug ich es lauter zu als nötig.

Ohne zu wissen, ob der Junge mir folgen würde, ging ich los in Richtung meiner Behausung. Ich wusste ganz genau, welche fünf ich noch anschreiben musste.

An meinen Haus angekommen, hielt ich an und sah den Jungen hinter mir. Ich bedeutete Ihn zu warten und ging ins Haus um die fünf Briefe an meinem Schreibtisch zu schreiben. Nachdem ich fertig war und wieder hinaus zu dem Jungen ging, übergab ich ihn die fünf Briefe. Er schaute auf die Namen und nickte. „Diese Leute sind mir bekannt und ich weiß auch, wo ich sie finde.“ Nachdem er diese Worte gesprochen hatte, ging er los, um die Briefe zu ihren rechtmäßigen Empfängern zu bringen.

Und ich musste mir jetzt schleunigst etwas einfallen lassen, weil ich nun ein Hauptmann sein sollte, obwohl ich es nicht sein wollte.

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