Tag 0: Herausfinden, wer ich bin

„Verzeih mir, aber ich muss ehrlich sein, ich habe deinen Namen vergessen!“ sagte ich zu ihm, nachdem ich die Karte genau angeschaut hatte.

„Das ist kein Wunder, entweder du kennst meinen Namen nicht oder du hast ihn vergessen. Ich habe keinen Namen. Ich bin ein Findelkind. Obwohl ich hier am Hofer groß geworden bin, hat mir niemand einen gegeben!“ erwiderte er ziemlich gelassen, was mich überraschte.

Das war tatsächlich eine der wenigen Dinge, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Sollte ich? Auch wenn ich gerade erst hier angekommen bin, scheine ich doch eine gewisse Macht zu besitzen, nicht nur die Frage zu stellen, wer vor mir steht, sondern wer ich hier bin.

Okay, eigentlich sollte ich mich jetzt darum kümmern, diesem Mann einen Namen zu geben, auch wenn er nicht von mir sein wird. Was soll’s?

Danach kann ich darüber nachdenken, wer ich bin, beziehungsweise welchen Körper ich hier habe.

„Du heißt ab jetzt Norick!“ platzte es aus mir heraus. „Der Name gefällt dir.“

Norick sah mich verwundert an, bedankte sich bei mir, und während er sich bedankte, fiel das Wort „Herrscher“ so oft, dass ich glauben musste, dass ich hier bin. Der Herrscher… die Frage ist nur, welchen Titel trage ich hier eigentlich? Aber das werde ich zu einem späteren Zeitpunkt herausfinden.

Tag 0: Ich bin wirklich hier

Die Karte, die er mir zeigte, sah genauso aus wie in dem Spiel. Ich befürchte, ich bin wirklich in ein Spiel gesprungen, aber wie und warum, das bleibt ein Rätsel. Aber auch dies würde ich irgendwann noch herausfinden. Er, der Mann, genauer gesagt mein Untertan, begann mir zu erklären, was ich sah.

„Die zwei markierten Burgen sind euer mein Herr und die drum herum liegenden Burgen beziehungsweise die drum herum liegenden Eden Länder gehören dazu. Die Burgen müsst ihr so schnell wie möglich ausbauen, nicht nur neue Burgen erobern, sondern auch die bereits euch zugewiesenen Burgen verbessern!“

Dies ist alles meins, dachte ich. Bei mir beziehungsweise, nun ja, sind wir mal ganz ehrlich, lässt grüßen, sprach mein innerer Gollum. Anders kann ich diesen Gedanken nicht erklären. Die Wälder, die auf dieser Karte eingezeichnet waren, wollte ich genauso erkunden wie meine andere Burg. Aber zunächst musste ich das Dringlichste klären. Wie zur Hölle bin ich hier hingekommen? Ich hoffe, für diese Frage habe ich nun Zeit, wobei der Ausdruck des Mannes, der mir soeben alles auf der Karte zeigte, etwas anderes vermuten ließ.

Ich hatte so viele Fragen und wusste nicht genau, wo ich anfangen sollte. Doch ich wusste es. Ich musste erst einmal herausfinden, mit wem ich hier sprach.